Biografie

Toni Stricker
Fotolink: ©die Presse, online

Seine familiären Wurzeln liegen väterlicherseits im Burgenland, mütterlicherseits in Wien – und da Toni Stricker, 1930 in Wien geboren, aus einer musikalischen Familie stammt, wird er mit alten Wiener Tänzen und kroatischen Liedern aufgezogen. Sein sehnlichster Wunsch nach einer Geige wird ihm mit sechs Jahren erfüllt und er erhält seine ersten Unterrichtsstunden. Zehn Jahre später setzt sich die Geige entscheidend gegen das Realgymnasium durch, als Toni den Rest der Schulzeit gegen eine siebenjährige umfassende klassische Ausbildung am Konservatorium der Stadt Wien tauscht und beschließt, Musiker zu werden.
1953 wird er Mitglied der Jazzband Vera Auer, deren Musiker offenbar alle für eine Karriere prädestiniert sind – Joe Zawinul, Attila Zoller, Hans Salomon… Toni gastiert mit dieser Band in der Schweiz und in Österreich, in Linz lernt er bei einem solchen Gastspiel die Tänzerin Sybill kennen, die seit 1954 seine Frau ist.
Mit dem ersten eigenen Quintett spielt Toni Stricker in Hübner’s „Kursalon“ und im Tanzgarten „Servus“ in Wien und zwischendurch drei Saisonen in Kitzbühel. In dieser Zeit macht er seine ersten Rundfunk- und Schallplattenaufnahmen, spielt als Solist mit den Orchestern Carl de Groof, Erwin Halletz, Johannes Fehring und wird zum Inbegriff des Swinggeigers. Von 1957 an ist er wieder mit einer eigenen, neugegründeten Formation unterwegs zwischen Innsbruck und Davos, Zürich und Genf, landet schließlich in Fatty George`s legendärem „Saloon“ und musiziert anschließend vier Jahre lang mit Bill Grah, Heinz Grah und Bob Blumenhoven im Wiener „Volksgarten“.

Toni Stricker als gefragter Solist, Studiomusiker und Arrangeur beginnt nun  auch zu komponieren – Tanzmusik, Wienerlieder, Jazz. Tourneen, Fernsehauftritte und Galas durch halb Europa folgen.
Ein Schallplattenvertrag mit M.P.S. im Schwarzwald führt zu einer Serie von LP`s, deren interessanteste „Let’s dance with strings“ ist.

Aber dann scheint dem Toni das Leben zwischen Studio und Podium, Fernsehkamera und Mikrophon, zwischen Belgien, Polen, Holland der Schweiz, Deutschland und Skandinavien zu unruhig geworden zu sein und er macht dieser Unruhe ein Ende und wird Konzertmeister am Theater an der Wien.
Doch der Schein trügt, denn Toni Stricker arbeitet nicht nur mit Johannes Fehring in Wien, sondern auch mit Paul Kuhn in Berlin, mit Franz Thon und Rolf Kühn in Hamburg, mit Willi Stech in Freiburg, mit Hans Hammerschmid und Max Greger in München, er komponiert und spielt, arrangiert und produziert. Die Liste seiner Partner wirkt wie ein „Who is who in showbusiness“ – Peter Alexander, Hans Moser, Paul Hörbiger, Fritz Muliar, Elfriede Ott, Helmut Qualtinger, Kurt Sowinetz, Helmut Leherb und Lotte Profohs, Arik Brauer, Heinz Holecek, Heinz Ehrenfreund, Michael Heltau, Ludwig Hirsch, Shirley Bassey, Marianne Mendt, René Kollo, Anneliese Rothenberger, Erika Pluhar, André Heller…

Dann fallen bei den Strickers die nächsten großen Entscheidungen – sie entdecken das Burgenland. In Sauerbrunn, nur einen Spaziergang weit von Sigleß, dem Heimatort des Vaters, bauen sie sich ein Haus auf ererbtem Familiengrund.
1971 kommt Tochter Barbara zur Welt – und wer jetzt meint, damit habe Toni Stricker zur Ruhe gefunden, der irrt.
1974 verläßt Toni Stricker sein Konzertmeisterpult, unternimmt wieder weite Gastspielreisen, spielt wie früher bei Galas, im Fernsehen und Rundfunk, produziert Schallplatten, in Zusammenarbeit mit Erich Kleinschuster entsteht die Serie „Strings and Bones“, mit den Toni Stricker-Schrammeln werden Wienerliederplatten bespielt und 1976 hat Toni wieder einmal genug. Dem Alltag als Auftragsmusiker setzt er ein Ende – der einzige Auftrag, den er annimmt, ist sein eigener und der lautet „Besinnung im Burgenland“. Unsichtbar steht über diesem Entschluß das Motto „Werde wesentlich“ – zwei Freunde stehen ihm dabei zur Seite, privat und beruflich – Gottfried Kumpf und André Heller.

Mit dem Gitarristen Peter Marinoff, den er nicht nur als jahrelangen musikalischen Weggenossen überaus schätzt, nimmt Toni Stricker die für ihn richtungsweisende Langspielplatte „Pannonische Balladen und Wiener Tänze“ auf, für die er Jahre später, nach der Veröffentlichung in der Bundesrepublik, den Deutschen Schallplattenpreis 1981 erhält.
1977 ist das Haus in Sauerbrunn fertig ausgebaut und die Strickers werden Burgenländer. Das Leben auf dem Lande wird zum Erlebnis.

Die Ausgeglichenheit und Selbstverständlichkeit der Menschen hier, die Schönheit der pannonischen Landschaft in ihrer ganzen Vielfalt und mit all ihren Einflüssen geben Toni Strickers künstlerischer Arbeit einen neuen Sinn.
Die Stimmungen dieses Lebensraumes in ihrem ganzen Bogen zu erfassen und in Musik umzusetzen, wird ihm zum echten Anliegen. Aus Bodenständigkeit, Tradition und Umwelt, verbunden mit dem für ihn typischen, unnachahmlichen Geigenspiel erwächst eine neue erfolgreiche Stilrichtung:
Toni Strickers „Pannonische Musik“.

Mit André Heller als Produzent entstehen die Alben „Brot und Wein“ (in Österreich vergoldet) und „Ernte“ – zwei große Publikumserfolge, die Toni Stricker zum Impuls für eine intensive Schaffensperiode werden: Er komponiert die Musik zu Maria Plachky’s Ballett „Der Purbacher Türk“ für das Jeunesse-Ballett der Wiener Staatsoper, Choreographie Herbert Nitsch, zu Herzmanovsky-Orlando’s „Der Gaulschreck im Rosennetz“ in Erwin Piplits‘ Serapionstheater, agiert im TV-Portrait „Toni Stricker – Beruf Musikant“, macht Tourneen und Produktionen mit Erika Pluhar und André Heller, schreibt die Musik für TV-Märchen von Christine Kövesi wie „Daniel und die Feen“ und „Der Nußbär“, zu Maximilian Schell’s Verfilmung der „Geschichten aus dem Wiener Wald“, zur TV-Serie „Ringstraßenpalais“, für den Peter Rosegger-Film „Der Waldbauernbub“ und für die internationale Fernsehproduktion „Der Leutnant und sein Richter“.

Die letzten freien Seiten im Terminkalender werden ausgefüllt mit Galaabenden und Konzerten, mit Auftritten in Fernsehsendungen wie zum Beispiel „Tritsch-Tratsch“, „Quiz in Rot-Weiß-Rot“, „Dalli-Dalli“, „Liedercircus“, „Bio’s Bahnhof“, „Café in Takt“ oder in der populären Kulenkampff-Sendung „Einer wird gewinnen“ und in all dem Trubel entsteht die Langspielplatte „Erdverbunden“, die in berührender Schlichtheit und Reife die Entwicklung des Künstlers und Menschen Toni Stricker voll zum Ausdruck bringt.
1987 begibt er sich auf eine Österreich-Tour und wird von einer Jury des Magazins „BASTA“ zum wichtigsten Burgenländer gewählt. 1988 entsteht sein Album „Ornamente“, das eine große Serie von Konzert- und TV-Auftritten sowie eine weitere Österreich-Tournee zur Folge hat.

1990 entsteht LP „Bekenntnis“, wieder Österreich- Tour, Konzerte und TV-Auftritte in Deutschland, ORFPortrait „Toni Stricker 60“.
1991 wird in dem malerischen Ambiente der Bergkirche von Donnerskirchen/Neusiedlersee/Burgenland, die Konzertreihe „Zauber einer Landschaft – Zauber einer Geige“ mit dem Konzertgitarristen Michael Hintersteininger als Toni’s musikalischem Partner ins Leben gerufen.
1992 Musik zu Xaver Schwarzenberger’s Film „Duett“ mit Agnes Baltsa und Otto Schenk, Musik zur intern. TV-Co.Produktion „Der Diamant des Geisterkönigs“.
1993/94 CD „Weites Land“, ausgedehnte Konzerttourneen, u.a. Galakonzert und TV-Show in Paris, Konzertserie in Österreich, Konzertgala im Zeltpalast am Rathausplatz in Wien (André Heller’s Chinesischer Nationalcircus).
1995 Komposition und Aufnahme der CD „Leben“. Gala im Wiener Ronacher, Gold für „Erdverbunden“, Ballettproduktion „Visionen einer Geige“.
1996 April, Mai – große Amerika-Tournee mit Konzerten in New York, Montreal, Ottawa, Toronto, Chicago, Washington, San Francisco und Los Angeles. Konzertgala mit Septett und großem Streichorchester in der Wiener Staatsoper (Jazzfest Wien). Neues Domizil in Le Rayol-Canadel sur Mer,
Côte d’Azur.
1997 Italien-Konzertreise (Triest, Mailand, Rom, …), CD’s „Horizonte“ und „As time goes by“. ORF-Produktion Österrreich-Bild Spezial: „Toni Stricker – Über alle Grenzen“.
1998 Konzerte in London. Komposition der CD „Dialog“ – Edita Gruberova und Toni Stricker – aufgenommen in Bratislava mit der Slowakischen Philharmonie. Gala und Livepräsentation anläßlich der Haydn- Festspiele in Eisenstadt.

1999 Konzerte in der Philharmonie Bratislava, im großen Wiener Musikvereinssaal, im Opernhaus Bayreuth uva.

2000 Zehn Jahre Donnerskirchen – Bergkirche: „Zauber einer Landschaft – Zauber einer Geige“, Best Of-CD „Charisma“, Konzerte in Frankreich und Österreich, Gala „Dialog “ mit Edita Gruberov a auf der Burgarena Finkenstein.

2001/02 Konzerte in Frankreich, Deutschland und Österreich, Auftritt in A bu Dhab-i UA E, Konzertgala im Wiener Ronacher „Von Pannonischen Impressionen bis Jazz“; Musik zum Maximilian Schell-Film „Meine Schwester Maria“
1999 Konzerte in der Philharmonie Bratislava, im großen Wiener Musikvereinssaal, im Opernhaus Bayreuth uva.

2000 Zehn Jahre Donnerskirchen – Bergkirche: „Zauber einer Landschaft – Zauber einer Geige“, Best Of-CD „Charisma“, Konzerte in Frankreich und Österreich, Gala „Dialog “ mit Edita Gruberov a auf der Burgarena Finkenstein. Komposition und Aufnahme der CD „Perspective“ (Pannonien und Jazz), Live Präsentation im Wiener Radio- Kulturhaus.
TV Arbeiten wie „Schöner Leben“, Willkommen Österreich“ u.a., Konzert in Stockholm

2003/06 Septettkonzerte bei den Jazzfestivals in Salzburg, Imst und Wien, „Pannonien & Jazz“ im Brucknerhaus Linz.
Gast in TV-Talkshow „Bei Stöckl“
Carl Drewo Jazztage in St.Gilgen, Kompositions- und Dreharbeiten für TV in Südfrankreich TV-Portrait „Lebenslinien“, „Christmas in Vienna“ im Wiener
Konzerthaus, Galas im Theater an der Wien und auf der Burgruine Finkenstein.
Auftragsmusik für die Frank Hoffmann-Inszenierung von „Sommernachtstraum“, Konzerte im Wiener Stephansdom und im Prager Jugendstiljuwel, dem Smetanasaal.
Dazwischen immer wieder Komponieren im Haus in Südfrankreich sowie zahllose Duo- und Triokonzerte mit Michael Hintersteininger (Git.) und Frank Tepel (Bass).
Schließlich die schon zur Institution gewordenen jährlichen vier Sommerkonzerte „Zauber einer Landschaft – Zauber einer Geige“ in der Bergkirche von Donnerskirchen.

2007 Aufnahmen für die neue CD : Toni Stricker „Impressionen“, Livepräsentation im Stadttheater Walfischgasse in Wien, Triokonzerte österreichweit und wieder Kompositionsarbeiten in Südfrankreich

2008 Konzerte österreichweit u.a. Linz Brucknerhaus, Donaubühne Tulln, Stainzer Kultursommer, diverse Schloß- u. Kirchenkonzerte,
Kompositionsarbeit & Premiere „Pannonische Messe“.
„Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Gold“

2009 Veröffentlichung der CD „Pannonische Messe“ und Aufführungen in Kleinmariazell, Donnerskirchen, Bad Sauerbrunn
weiters die Konzertserie „Zauber einer Landschaft – Zauber einer Geige“
in Donnerskirchen und diverse Sommerkonzerte in Österreich,
wie z.B. am Europafest in Bad Bleiburg, Burgruine Finkenstein, etc.

2010
„Toni Stricker: Ein Leben voll Musik“, Toni Stricker 80er Gala im
grossen Wiener Konzerthaussaal
sowie : „Zauber einer Landschaft – Zauber einer Geige“ in der Bergkirche von Donnerskirchen
“Ehrenpreis der Jury” beim “Austrian World Music Awards 2010″
„Amadeus“ fürs Lebenswerk
2011
Toni Stricker gönnt sich nach den vielen Aktivitäten des Jubiläumsjahres 2010 eine Konzertpause – und komponiert & arrangiert.
2012
mit neuem Programm „Jazz & Earth“ auf ausgedehnter Konzerttournee,
u. a. im Brucknerhaus Linz, Odeon-Theater und Porgy & Bess in Wien, Stift Rein in Graz, u.a.m. !
2014
Veröffentlichung der Biografie „Toni Stricker. Mein Weg nach Pannonien“
erschienen im Seifert Verlag (zu bestellen hier)

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